Gymnasium Ottobrunn
 

„Ikone“: Statue des Kaisers Augustus, um 20-17 v. Chr.
Klassenstufe: 11
Dauer: -
Geschichte / Kunst: Durchgehendes Teamteaching, Vertiefung durch bildnerische Praxis im Fach Kunst zum Abschluss
Bildnerische Praxis: Hypertext erstellen, Montagen
Historische Praxis: Hypertext erstellen

 

Unterrichtsziele

 

Mit einer thematischen Anbindung an die beiden nachfolgenden Projektvorhaben (Tizian, Warhol) zum Themenbereich „Ruhm und Macht" hat sich das Lehrerteam am Gymnasium Ottobrunn für die antike „Ikone" der Augustus Statue entschieden. Der Lehrplan im Fach Geschichte sieht das Grundverständnis für die römische Prinzipatszeit als einen wichtigen Unterrichtsbaustein in der 11. Jahrgangsstufe vor. Im Fach Kunst konnten in curricularer Abstimmung die antik-historischen Inhalte mit der Thematisierung mehrheitlich moderner Machtposen „starker Männer" auf spannende Weise ergänzt werden. Weiterhin lieferte der Kunstunterricht wertvolle Beiträge zur Analyse von Posen in historisch-politischen sowie in eher alltäglichen Kontexten. Die Jugendlichen erhielten zudem einen Einblick in die Methode der ikonographischen Aufschlüsselung eines Kunstwerkes. Der Geschichtsunterricht antwortete wiederum mit den Wirkungsmechanismen der mythischen Überhöhung des römischen Staates, aber stellte zudem einen Vergleich zu modernen Repräsentationsformen her.

 
Ablauf
 

a) Nach der kunstpädagogisch-vergleichenden Betrachtung von „Starken Männern" (z.B. Schwarzenegger, Schrempp, Hitler, Karl der Große, p. diddy) erfolgte die Analyse zeitgenössischer Herrscherstatuen des amtierenden Staatsoberhauptes Turkmenbashi von Turkmenistan.

b) Dann erst konfrontierte der Kunstlehrer die Jugendlichen mit einem digitalen Abbild der Augustus Statue. Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den besprochenen aktuellen „Herrscherpräsentation" wurden herausgearbeitet. In einem weiteren Schritt der Werkinterpretation erhielten die Schülerinnen eine Umrisszeichnung der Statue um relevante Details (z. B. Amor, Relief des Panzers) einzuzeichnen.

c) Daran schloss sich eine fächerübergreifende Werkbetrachtung des Originals in der Glyptothek an. Die schon im Kunstunterricht erreichte Sensibilisierung für die Details der Skulptur konnte so „kunst+geschichtlich" vor dem dreidimensionalen Objekt korrigiert und ausgebaut werden.

d) Die Jugendlichen präsentierten ihre erarbeiteten „kunst+geschichtlichen" Ergebnisse zur Skulptur in einem gemeinsamen „Hypertext" auf einer Website im schulischen Intranet. Durch Anklicken der Attribute der Statue können Besucher Wissenswertes zur antiken Skulptur sofort erfahren.

In einem zweiten praktischen Schritt entwickelten die Schülerinnen im Fach Kunst selbst aktuelle Herrscherstatuen, die neben ruhmhaften Persönlichkeiten auch abstrakte Begriffe wie z. B. „Geld", „Religion" oder „Macht" verkörperten. Diese „virtuellen“ Herrscherstandbilder wurden ebenfalls im Rahmen einer Ausstellung im Schulhaus via Intranet zugänglich gemacht.

Fr. Stolpmann (Geschichte); Hr. Dobmeier (Kunst)

 
Galerie