Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen
 

„Ikone“: Gerhard Richter, Em(m)a
Klassenstufe: 13
Lehrplanbezug: Gesellschaftskritik in den 60er Jahren, Wertewandel

 
Ziel der Unterrichtseinheit ist es, den gesellschaftlichen Wertewandel in seinem Niederschlag der zeitgenössischen Kunst zu untersuchen und in seiner zeitgeschichtlichen Genese mit den Oberstufenschülern in den beiden Fächern Kunst und Geschichte zu rekonstruieren. Gerhard Richter wird dabei als ein Maler des Realismus wie der (deutschen) Pop Art gesehen. Somit schieben sich die Fragen nach der künstlerischen Brechung der dargestellten Wirklichkeit und ihrer stilistischen Mittel in den Vordergrund. Das Frauenbild der 60erjahre in Richters Bild steht in einer zu analysierenden Relation zur Fotografie, besonders zur Fotografie, wie sie durch die populären Medien verbreitet wurde. Über das Frauenbild hinaus werden im Fach Kunst Bezüge zu Richters späterer Malerei (im „Deutschen Herbst“ des Jahres 1977) hergestellt: Es sind dies die gesellschaftlich höchst kontrovers diskutierten Bilder zum Tod von Baader/Meinhof in Stammheim. Damit ist methodisch stets der Vergleich von Malerei zum Fotojournalismus und auch zur Berichterstattung in den Zeitungen und im Fernsehen Unterrichtsgegenstand.
 
Unterrichtsschritte
 
- Schüler beschreiben das Bild (Eindruck, Schönheit?, Assoziationen)
   
- Schüler beantworten Fragen:
  a) Welche künstlerischen Mittel wurden hier vermischt?
  b) Welchen Realitätscharakter haben in gewöhnlicher Sicht Fotografie und Malerei?
  c) Wodurch demonstrierte der Künstler seine Distanz zur kommerziellen Fotografie, ev. seine Kritik an der kommerziellen Verwertung des weiblichen Körpers?
  d) Wie kommt Respektlosigkeit vor dem klassischem Motiv, die ironische Brechung zum Ausdruck?
  e) Stellen Sie eine Verbindung zum Zeitgeist der 60er Jahre her.
     
- Schüler werden zu Gerhard Richter informiert: (DDR-Vergangenheit, Konsum­-Kritik: Aktion im Möbelhaus, Arbeit mit Schwarz-Weiß-Photos)
   
- Schüler erhalten Aufträge:
  a) Suchen Sie andere fotorealistische Darstellungen.
  b) Vergleichen Sie Ern(m)a mit der Bilderserie zum Selbstmord von Baader/Meinhof, ordnen Sie diese in die Tradition der Historienmalerei ein.
  c) Vergleichen Sie diesen Akt mit Aktdarstellungen in Massenblättern (Playboy-Centerfold, BILD, ...)
  d) Bilden Sie sich ein kritisches Urteil zur Qualität der Richter’schen Arbeit.